Kapelle St. Achatius

Die Kapelle ein außergewöhnliches architektonisches Kleinod dar, wie es im gesamten deutschen Kulturraum wohl einmalig ist.


Das kleine Gotteshaus, das aufgrund von jahrhundertelangen Erosions- und Ablagerungsprozessen etwa 3,5 m unterhalb des heutigen Talbodens liegt, stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.


Auffällig ist die Architektur eines doppelten Achteckes
(= Doppeloktogon). Beim Näherkommen fällt dem Besucher auch der achteckige Glockenturm mit seinen schmalen Schallöffnungen und dem reichen Hauptgesims mit dem Bogenfries auf.


Über die Entstehung erzählt einerseits eine Sage, andererseits wissen kirchengeschichtliche und kunstgeschichtliche Experten einiges über die Entstehung zu sagen, das wissenschaftlich überprüfbar ist.


Seit dem Mittelalter hatte sich die Talsohle des Grünbaches durch Erosion der Talhänge aufgrund der Einführung des Weinbaus und die Sedimentation des Oberbodens im Nahbereich des Bachlaufes aufgefüllt. Irgendwann war dann ein Zwischenboden auf der Höhe des heutigen Talbodens eingezogen worden. In den Jahren 1903 bis 1908 wurden im Auftrag des badischen Großherzogs umfangreichen Ausgrabungs- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Weitere
Renovierungen in den 1970er Jahren und zuletzt 2016 – 2018 ergaben den heutigen Bestand.


Dieses besondere Bauwerk entspricht in seiner Entstehung wohl den Bedürfnissen heimgekehrter Kreuzritter, für die glückliche Heimkehr ein sakrales Monument zu errichten. (Die Herren von Zimmern und die Herren von Krensheim hatten sich an den Kreuzzügen von Friedrich II. (Barbarossa) und Richard Löwenherz beteiligt). Sie erinnerten sich dabei an ihre Eindrücke von der Grabeskirche in Jerusalem, die ebenfalls architektonisch ein Zentralbau ist.


Die Zisterzienserbauhütte in Bronnbach dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach an der Bauausführung wesentlich beteiligt gewesen sein.


Auch heute noch lässt der Kirchenraum die charakteristischen Merkmale der Romanik erkennen: dicke massive Mauern, die nur durch wenige  Rundbogenfenster durchbrochen sind und die den Kirchenraum ursprünglich nur spärlich beleuchten. Im kleinen Oktogon, dem Altarraum, sind noch die leider beschädigten Deckenmalereien zu erkennen. Sie zählen zu den ältesten in Franken und veranschaulichen in byzantinischer Maltradition ihre religiöse Botschaft.


In einer Mandorla thront Christus als Weltenherrscher (Majestas Domini), umgeben von weiteren fünf Figuren: Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, zwei Engel mit gekreuzten Flügeln und eine gekrönte weibliche Figur mit Lilienzepter (höchstwahrscheinlich eine Darstellung Mariens als Mutter Jesu, Mutter Gottes und Mutter der Kirche).


Bei der Renovierung (um 1970) wurden die Glasbilder der Kirchenfenster eingefügt. Im großen Oktogon gestaltete der Künstler Valentin Feuerstein aus Neckarsteinach Szenen aus dem Alten Testament, während im kleinen Oktogon zentrale Szenen des Neuen Testamentes dargestellt wurden.

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